Gott & Welt - die Idee

«Wir haben über Gott und die Welt geredet»: dies ist mit dem Name unserer Website nicht gemeint. Sondern das grosse & zwischen Gott und Welt ist uns wichtig. Was bedeutet dies?

Das moderne naturwissenschaftliche Wirklichkeitsverständnis versucht die materielle Welt aus sich selbst - immanent - zu erklären. Materielle Erscheinungen und Wirkungen werden auf materielle Ursachen zurückgeführt. Und in diesen materiellen Ursachen - in letzter Konsequenz der Urknall - wird die Letztursache für das Bestehen dieses Universums mit all seinen Lebensformen gesucht.

Religionen haben von alters her behauptet, dass die Welt ihre Ursache nicht in sich selbst hat. In verschiedener Art und Weise wurde eine transzendente, nichtmaterielle Ursache behauptet, die als gestaltende Letztursache dem Universum zugrundeliegt. In der christlich-jüdischen, europäischen Tradition wird diese Letztursache «Gott» genannt.

Diese Transzendenz steht in einer Erklärungskonkurrenz zum immanenten Verständnis der Welt: kann man alles immanent Erklären, braucht es sie nicht (mehr). Und vor dieser Problematik steht nicht nur ein Atheist, sondern auch die meisten religiösen Menschen unserer Zeit. Zwei Wirklichkeitsverständnisse, die aus ganz verschiedenen Erfahrungsweisen entspringen, stehen unversöhnlich nebeneinander. Dies führt nicht nur zu einem tiefen Bruch zwischen Gott und Welt, sondern auch zwischen den Verstorbenen und den Lebenden, letztlich zwischen Geist und Materie. Denn das gleiche Problem spiegelt sich in der neuzeitlichen Leib-Seele Problematik: jeder Mensch erfährt sich als ein Wesen mit Bewusstsein, das die Fähigkeit zu sinnlicher Wahrnehmung und willentlichen Handlungen hat. Aber wie dieses bewusste Erleben mit der naturwissenschaftlichen Beschreibung des Organismus in Verbindung gebracht werden kann ist ungelöst - ausser man negiert die eine Seite. Aber Leugnung ist nicht Lösung.

Um Wege zur Überwindung dieses Risses zu finden, der sich durch alle Bereiche des modernen Wirklichkeitsverständnisse hindurchzieht: diese Aufgabe symbolisiert das grosse & im Titel unserer Homepage. Mit anderen Worten: wir möchten hinführen zu einem ein transzendenzoffenen Wirklichkeitsverständnis.

 

Das Konzept

Wer gelegentlich Gespräche «über Gott und die Welt» führt, macht bisweilen die Erfahrung, dass solche Unterhaltungen einesteils oft zu sehr bereichernden Erkenntnissen und neuen Standpunkten führen können, jedoch häufig auch von Merkmalen wie einseitig verteilte Information, fachspezifischem Vorverständnis etc. geprägt sein können. Hinzu kommt, dass im Verlauf solcher Gespräche bei komplexen Inhalten schnell einmal der Überblick verloren geht und unversehens wichtige Aspekte unbedacht bleiben.

Zur Vermeidung solcher Schwierigkeiten macht man sich in Meetings oder Vorlesungen, die der Planung oder Problemlösung dienen, öfters der Mind-Map-Methode zunutze: Hierbei überträgt der Gesprächsleiter kontinuierlich Kurzformeln der wichtigsten Inhalte, die im Verlauf einer Auseinandersetzung auftauchen, in eine bestimmte graphische Struktur. Hierdurch gelangt man zu einer raschen und übersichtlichen Darstellung der Thematik, welche sachfremde Blickwinkel und andere inhaltliche Mängel schnell erkennen lässt. Zur optimalen Vorbereitung solcher Auseinandersetzungen erarbeitet und verteilt man häufig bereits im Vorfeld ein vorbereitendes Mind-Map mit den wichtigsten zu diskutierenden Fragestellungen und Diskussionspunkten.

Da die in unserer Homepage erörterten Themenbereiche durchwegs komplexer Natur sind und meist eine kontroverse Argumentation einschliessen, lag die Wahl der Mind-Map-Methode nahe. Diese Vorgehensweise vereinfachte uns das Bemühen um eine übersichtliche Darstellung der diversen Fragestellungen, Erfahrungsbeispiele und Erklärungsmöglichkeiten. Wir sind hierdurch auch leichter imstande, die bereits dargestellten Inhalte kontinuierlich zu ergänzen und weitergehend zu diskutieren, wofür insbesondere auch Beiträge der Gäste der Homepage willkommen sind. Diese Darstellungsweise findet eine Ergänzung in verschiedenen Aufsätze zu den Hauptthemen der Website.

 

Wer steht hinter dieser Website?

Mein Name ist Felix Gietenbruch, ich studiere Theologie an der Universität Basel. Durch meine persönliche religiöse Geschichte kam ich schon früh mit der Frage vom Verhältnis von Parapsychologie und Christentum/Religion in Berührung. Anfangs lehnte ich die Verbindung dieser zwei Bereiche strikte ab durch meine von evangelikalen Gedanken geprägte Weltanschauung. Durch die Lektüre von Johannes Grebers Buch «Der Verkehr mit der Geisterwelt Gottes» kam es zu einem Umdenken. Ich begann mich für die Geschichte der christlichen Mystik und die wissenschaftliche Erforschung der parapsychologischen Phänomene zu interessieren. Dabei habe ich mich mit verschiedenen visionär begabten Personen der christlichen Theologiegeschichte auseinandergesetzt, u.a. auch mit Emanuel Swedenborg. - Eine Zeitlang habe ich mich für die Anthroposophie Rudolfs Steiners interessiert, habe aber einerseits durch den breiteren Vergleich parapsychologischer Phänomene und andererseits durch theologische Reflexion ein kritisches Verhältnis zu ihr entwickelt.

Dieses Interesse führte mich Jahre später zum Entschluss des Theologiestudiums. Bei der Konfrontation mit der akademischen Theologie sehe ich in der Parapsychologie die Chance, religiöse Erfahrung im Alten und Neuen Testament wieder ernst zu nehmen, um die Misere der neuzeitlichen Entmytologisierung zu überwinden, ohne dabei in die z.T. dogmatisch verengte Haltung evangelikaler Kreise zu verfallen. Das Studium ermöglicht mir nicht nur ein vertiefstes Verstehen der biblischen Tradition, sondern auch ein religionswissenschaftliches Arbeiten im Sinne des Vergleichens, was gerade auf der parapsychologisch-phänomenologischen Ebene äusserst fruchtbar ist. Theologisch versuche ich an die kleine Reihe von Theologen anzuknüpfen, die auch im 20. Jh. neben Entmythologisierung und Wort-Gottes-Theologie für das Ernstnehmen eines charismatischen Christentums durch die Reflexion des Zusammenhangs von Parapsychologie und Religion gekämpft haben: Ernst Benz, Fritz Blanke, Walter J. Hollenweger - und wohl viele, ungenannte andere.

Ich sehe mich weder als Feind einer akademisch-rationalen noch einer evangelikalen Theologie - sondern als Vermittler, der Brücken über tief ausgehobene Gräben zu bauen sucht.

Mein Name ist Adrian Weibel, ich habe an der Universität Basel Rechtswis-senschaften studiert und arbeite heute als Jurist in der Region Basel. Ich bin in einem teils anthroposophisch, teils traditionell christlich geprägten Umfeld aufgewachsen und habe mich schon früh für die Fragen interessiert, denen ich hierbei begegnete. Nach gewisser Zeit begann ich mich mit der Anthroposophie zu befassen, die mir zunächst auch zusprach, da sie auf spirituelle Fragestellungen unter der Forderung einer strengen Forschung konkrete Angaben zu machen pflegte. Allmählich jedoch wurde ich kritischer, da ich viele Gedanken, die ich hierbei kennenlernte, vermehrt als etwas konstruiert und teilweise widersprüchlich empfand. Wenig später lernte ich das bekannte Buch "Leben nach dem Tod" von Raymond A. Moody kennen, wodurch ich eine andere, eher wissenschaftlich-empirische Vorgehensweise kennenlernte: Der Autor hatte eine grosse Menge unabhängiger Erfahrungsberichte über das Phänomen der Nahtodeserfahrung zusammengetragen, die er alsdann auf ihre gegenseitige Übereinstimmung sowie auf ihre Resistenz gegen alternative (naturalistische) Erklärungsmodelle überprüfte. Umso mehr begann ich mich somit vermehrt für die wissenschaftlich-akademische Forschung der Parapsychologie zu interessieren und überzeugte mich in der Auseinandersetzung mit vielen, teilweise von namhaften Forschern durchgeführten quantitativen und qualitativen Experimente immer mehr von der Evidenz der Realität der hierbei untersuchten Phänomenen (z.B. der Telepathie, Präkognition etc.). Vor diesem Hintergrund begann ich nun auch viele philosophische Problemstellungen, wie etwa in der Erkenntnistheorie (z.B. die Erkenntnisgrenzen in Kants Kritik der reinen Vernunft), in der Metaphysik (z.B. das Leib-Seele Problem) und nicht zuletzt in der Ethik (z.B. die rein formal begründete Ethik), in neuem Licht zu sehen. Später traf ich sodann auf die Schriften von Pfarrer Johannes Greber, welcher viele theologische Fragestellungen, die heute meist im Sinne der Entmythologisierungstheologie des 19. Jahrhunderts beantwortet werden, unter einem phänomenologisch-parapsychologischen Blickwinkel erörtert, wodurch ich in vielen Fragen, z.B. zu den charismatischen Phänomenen, zur Auferstehung, etc. zu einer tieferen Begegnung mit dem Christentum gelangte.

 

 

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